Don´t forget Julian Assange

Mairead Maguire hat  in einem Schreiben an das Nobelpreis-Komitee Julian Assange für den Friedensnobelpreis 2019 nominiert,_ in dem sie schreibt:

«Julian Assange und seine Kollegen von Wikileaks haben bei zahlreichen Gelegenheiten gezeigt, dass sie einer der letzten Grundpfeiler wahrer Demokratie sind. Sie arbeiten für unsere Freiheit und unsere Redefreiheit. Ihr Einsatz für einen echten Frieden, indem sie die Handlungen unserer Regierungen im In- und Ausland öffentlich bekannt machen, hat uns deren Gräueltaten, die im Namen der so genannten Demokratie in der ganzen Welt begangen wurden, enthüllt. Dies beinhaltete Bildaufnahmen von Akten von Unmenschlichkeit, die von der NATO/Militär begangen wurden, die Veröffentlichung von E-Mail-Korrespondenz, die die Planung von Regimewechseln in den Ländern des Nahen Ostens offenlegte, sowie die Offenlegung  von persönlicher Beteiligung unserer gewählten Funktionäre an der Täuschung der Öffentlichkeit. Diese Enthüllungen seitens Wikileaks sind ein großer Schritt in unserem weltweiten Einsatz für Abrüstung und Gewaltlosigkeit.
Julian Assange hatte aus Sorge vor einer Auslieferung an die USA, um dort wegen Verrats vor Gericht gestellt zu werden, 2012 in der Botschaft von Ecuador Asyl beantragt. Selbstlos setzt er seine Arbeit von dort aus fort, was die Gefahr einer Verfolgung durch die amerikanische Regierung noch zusätzlich verstärkt. In den letzten Monaten haben die USA verstärkt Druck auf die ecuadorianische Regierung ausgeübt, damit diese ihm seine letzten noch verbliebenen Freiheiten entzieht. Ihm wird es nun verwehrt, Besucher, Telefonate und andere elektronische Mitteilungen zu empfangen. Damit wurden ihm seine grundlegenden Menschenrechte entzogen. Dies hat Julians seelische und körperliche Gesundheit stark angegriffen. Es ist unsere Pflicht als Bürger, Julians Menschenrechte und Meinungsfreiheit zu schützen, ebenso wie er auf globaler Ebene für unsere gekämpft hat.
Es ist meine große Sorge, dass Julian, ein unschuldiger Mensch, an die USA ausgeliefert wird und dort unrechtmäßig inhaftiert wird. Wir haben dies mit Chelsea (Bradley) Manning gesehen, der angeblich Wikileaks mit sensiblen Informationen aus den Nahostkriegen der NATO/USA versorgte und anschließend mehrere Jahre in Einzelhaft in einem amerikanischen Gefängnis saß. Wenn es den USA gelingt, Julian Assange ausgeliefert zu bekommen und ihn zu verurteilen, wird dies Journalisten und Whistleblower auf der ganzen Welt zum Schweigen bringen, aus Angst vor den schrecklichen Folgen.
Julian Assange erfüllt alle Kriterien für den Friedensnobelpreis. Durch seine Veröffentlichung von geheimen Informationen stehen wir den Gräueltaten der Kriege nicht mehr unwissend gegenüber, wir sind nicht länger blind gegenüber den Zusammenhängen zwischen dem Großkapital, der Ausbeutung von Ressourcen und der Verwüstung durch Kriege.
Da seine Menschenrechte und Freiheiten bedroht sind, würde der Friedensnobelpreis Julian einen größeren Schutz vor staatlicher Gewalt bieten.
In den letzten Jahren gab es Kontroversen wegen des Friedensnobelpreises bezüglich einiger derjenigen, denen er verliehen wurde. Leider, so scheint es mir, ist der Friedensnobelpreis von seinen ursprünglichen Absichten und Bedeutungen abgerückt. Alfred Nobel wollte, dass durch den Preis Einzelpersonen, die von Regierungsgewalten bedroht sind, in ihrem Kampf für Gewaltlosigkeit und Frieden unterstützt und geschützt werden, indem die Preisvergabe auf ihre prekäre Situation aufmerksam macht. Durch die Verleihung des Friedensnobelpreises an Julian Assange erhält er und andere, die in ähnlicher Lage sind wie er, den Schutz, den sie wirklich verdienen.
Ich hoffe, dass wir so den wahren Sinn des Friedensnobelpreises zurückgewinnen können.
Ich fordere auch alle Menschen dazu auf, die Situation von Julian bekannt zu machen und ihn in seinem Kampf für grundlegende Menschenrechte, Meinungsfreiheit und Frieden zu unterstützen.“

 

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